Das Modellbahn-Projekt...

...wie alles begann................

...und warum es sich so entwickelte wie es ist...


Alles begann im Herbst 2008 mit den Teilen einer alten Anlage aus den Jahren von 1956-1970, welche mein Onkel vom Dachboden seines Elternhauses geholt hatte. Erst sollte nur das vorhandene Material auf einer Platte wiederaufgebaut werden. Ich hielt das ganze für eine Schnapsidee und hätte noch einen Tag vorher nicht im Traum daran gedacht, dass ich bald eine Modellbahn planen würde.Bis uns beide der Modellbahn-Virus erwischt hatte....

Erinnerte ich mich doch plötzlich wieder, wie ich früher in den 70er Jahren als kleiner Junge stundenlang vorm Schaufenster des kleinen Märklingeschäfts bei uns im Dorf gestanden hatte, wo jedes Jahr von anfang Dez. bis Weihnachten eine neue Anlage zu bestaunen war. Zu hause hatte mein älterer Bruder damals eine Märklinbahn mit der ich manchmal spielen durfte. Damals wurde aber aus Platzmangel die Anlage nur im Winter aufgebaut und im Frühjahr verschwand sie wieder in Kartons verpackt auf dem Dachboden. In dem Alter war das Intresse bei mir am Modellbahn bauen auch noch nicht so groß. Ich sah mir lieber alles an wenn es fertig war. Die Teile wurden im laufe der Jahrzehnte aber leider Opfer der Wegwerfgesellschaft...

Als mein Onkel nun mit den Teilen da war, kamen schnell einige Ideen die man mit verwirklichen könnte......Die Platte wurde größer und größer und die erste wirkliche Planung begann.........Mit den ca. 200 vorhandenen Gleisen stand uns ja bereits eine Grundausstattung zur Verfügung. Aber um alle Ideen und Vorstellungen zu verwirklichen, mußten noch viele weitere Gleise beschafft werden, viele elektr. Weichen wurden benötigt usw. und wir hatten plötzlich beide Spaß daran.

Oberste Priorität der ganzen Planung war, alles um diese alten Teile herum aufzubauen und möglichst viel analog zu steuern. Auf digitale Steuerung wurde bewußt verzichtet, weil unserer Meinung nach der Spiel- und Bastelspaß bei analoger Steuerung größer ist. Eine alte analoge Lok zu zerlegen und instandzusetzen wenn sie mal nicht mehr läuft, macht uns mehr Spaß als Stundenlang Adressen an Decodern neu einzustellen oder zum Händler zu fahren weil wieder mal eine digitale Funktion nicht funktioniert. Über die alte analoge Lok freut man sich wenn sie nun wieder läuft wie all die Jahre oder Jahrzehnte zuvor. Bei einer neuen digitalen Lok setzt man vorraus, dass sie halt funktionieren muß, koste es was es wolle. Sicherlich hat man gerade beim Vorführen einer digitalen Anlage den "Wow-Effekt" von den Besuchern auf seiner Seite, aber etwas halbwegs vergleichbares bei einer analogen Anlage hinzubekommen erfordert unserer Ansicht nach etwas mehr Eigenkreativität.

Der Hauptgrund ist aber vermutlich, dass ich analoge Steuerungen halt besonders mag und alles umsetzen muß wie es geplant ist. Und etwas Nostalgie natürlich. Wenn man schon eine Anlage in dieser Größe mit M-Gleisen baut und viele Teile aus den 50er bis 70er Jahren verbaut gehört das Analoge einfach dazu. Im Vordergrund der gesamten Anlagenplanung steht ja auch von Anfang an, die Freude und den Spielspaß den man als Kind an genau diesen alten Teilen hatte wieder neu aufleben zu lassen.

Die Frage, ob M-Gleise nun "realistisch" aussehen oder ob die komplette Anlagengestaltung bis ins kleinste Detail "realistisch" aussehen muß, konnte sich somit gar nicht erst stellen. Ganz nach dem Motto halt: "Back to the Roots und altes erhalten". Alles andere soll denjenigen Enthusiasten überlassen bleiben die bei einer Modellbahn nur die reale Welt vor Augen haben. Wir wollen da nicht päbstlicher sein als der Pabst und waren uns von Anfang an einig, dass die Modellbahn ein schönes Hobby ist aber halt auch nicht mehr als ein Hobby. Es solllte nicht in Besessenheit ausarten. Was ja schnell passiert, wenn man zu sehr auf Detailgenauigkeit geht. Wo würde man da aufhören wollen? Dann wenn die Figuren echt aussehende Haare haben? Nein, das wollten wir nicht, deshalb verwenden wir fast ausschließlich Teile, die das Modellbahn-Zubehör so bietet, bestmöglich noch, wenn es die Teile bereits in den 60er und 70er Jahren gab oder zumindest so hätte geben können...wenn etwas nicht passend zu bekommen ist, fertigen wir es eben selber an. Nicht bis ins tausendstel genau, aber realitätsnah für den normalen Betrachter.

An eine Epoche wollten wir uns auch bewußt nicht binden. Wäre meiner Meinung nach auch völlig wiedersprüchlich. Das wahre Leben hält sich auch nicht an eine Epoche. Das Leben geht immer weiter und bleibt nicht stehen. Auch wenn man`s manchmal gern so hätte. Modernes trifft Antikes, das ist überall so. Wir unterscheiden da nur bei der Technik und dem Material das dahintersteckt, nicht aber bei dem was dagestellt wird oder wie es umgesetzt wird. Das leben in der Miniaturwelt spielt halt irgendwann vor ein paar Jahren in einer Welt wo alte Dinge noch erhalten wurden...

Wir sind beide keine Eisenbahn-Freaks in der realen Welt, setzen uns keine Schaffner-Mütze auf, oder spielen Lokführer indem wir originalgetreu Wagons hin und her Rangieren. Wir hätten auch beide kein Intresse eine Bahn zu bauen die nur aus aktuellen Neuheiten besteht. Ich will gar nicht dran denken, wie es wäre wenn unsere teilweise mehr als 50 Jahre alten Loks auf K- oder C-Gleisen herumfahren sollten....undenkbar....Wir ernennen uns nicht selbst zu Modelbauprofis, sondern sehen uns als Sammler alter Stücke denen man teilweise auch ansieht wie alt sie sind. Außerdem basteln und spielen wir gern und sehen uns einfach gern bei einem Warm- oder Kaltgetränk an wie all die alten Züge ihre Runden drehen und noch heute surren wie ein Uhrwerk, dabei die selbst gestaltete Landschaft passieren und hin und wieder auch mal entgleisen, weil sie Runde um Runde immer schneller werden.

Jemand, dessen Herz höher schlägt, wenn er künstlich gealterte Dinge sieht die gerade erst neu gekauft wurden als wenn er Dinge sieht die schon vor 40, 50 oder 60 Jahren Modellbahner beglückten und noch heute perfekt Ihren Dienst verrichten, liest hier besser gar nicht erst weiter...denn er wird unsere Motivation und Sicht der Dinge nicht verstehen....

Ein echter Oldtimerliebhaber der selbst sein Fahrzeug restauriert würde solange nach einem gut erhaltenen Originalkotflügel suchen, bis er einen findet. Einen "neuen" nachgemachten einzubauen wäre ein absolutes "no-go".Den Wagen mit modernster Hightech vollzustopfen käme auch niemals in Frage. Man merkt also, hier geht es hauptsächlich um das Verständnis für die wirkliche Schönheit und den Erhalt alter Dinge und nicht darum selbst Lokführer oder Schaffner zu spielen.

Denkbar ist im Moment eine digitale Erweiterung mit einer Mini-Kamera im Führerhaus einer Lok, um die Bahn aus realer Sicht befahren zu können...Ich mag ja auch moderne Hightech, auch wenn ich das eine vom anderen in einigen Bereichen lieber trenne..

Das ganze entwickelte sich dann so: Was zuerst klein anfangen sollte auf einer Platte von 3m², entwickelte sich aufgrund zahlreicher Ideen und Wünsche schnell zu etwas größerem. Die Grundplatte vergrößerte sich vorerst ziemlich schnell auf die Größe von ca. 12,5m². Wenn man den Platz zur Verfügung hat, warum soll man Ihn dann nicht ausnutzen? Eine Modellbahn kann nie groß genug sein. Selbst wenn man nicht von Anfang an die ganze Fläche ausnutzt. Wer möchte schon seine ganzen Züge in Vitrinen stehen haben? Wir wollen sie lieber fahren sehen. Man möchte ja auch nicht den Fehler begehen, den viele begehen und irgendwann eine komplett neue Anlage bauen müssen, weil man für seine Ideen zu klein gebaut hat und schon bald fertig ist und dann eine neue Anlage bauen um neue Ideen zu verwirklichen. Dafür wendet man viel zuviel Zeit und Geld auf um eine Anlage zu bauen...Bei einer großen Anlage fallen einem immer wieder Dinge ein die man umbauen, ergänzen oder ändern kann. Darum gehts ja eigentlich auch, dass man nie damit fertig wird! Platz kann man ja bekanntlich nicht herbeizaubern, aber die Möglichkeiten die man hat sollte man möglichst ausnutzen.

Die Planung erfolgte am PC zunächst mit einem nicht zufriedenstellendem Freeware Programm und aktuell mit Win Track 9.0, welches keine Wünsche offen läßt. In relativ kurzer Zeit wurden die ca. 200 vorhandenen M-Gleise ergänzt durch ca. 500 dazugekaufte Gleise.

Im Mai 2009 fiel dann die Entscheidung, die Platte um weitere 2,5 m² auf nun 15m² zu erweitern. Die Erweiterung soll dem geplanten Bahnhof dienen. Hierfür wurden ca. 100 weitere Gleise, 10 elektr. Weichen, 1 elektr. Drehscheibe, 2 Trafos, Erweiterung des Schaltpultes und einige Lokschuppen benötigt. Eine zusätzliche Höhenebene wurde umgesetzt, was nochmal eine "kleine" Änderung der bestehenden Gleise folgen ließ. Jetzt ist aufgrund der beschränkten Raumgröße nur noch ein Ausweichen in den Nebenraum möglich.

Eine Möglichkeit haben wir dann im Winter 2010 doch noch gefunden, auf der vorhandenen Anlage ganz am Rande eine ca. 20m lange "Paradestrecke" zu schaffen auf der später ein analoger ICE der allerersten Generation rollen soll. Die Strecke wird in ca. 30 cm Höhe durch beide großen Berge verlaufen und in einem neu anzulegendem Berg mittels einer neuen zweiten Gleiswendel wieder hinabgeleitet. Genaueres dazu gibts in der Rubrik "Planung" ebenso wie die Beschreibung der Entstehung der 2 großen Stahlbrücken in der Rubrik "Die Entstehung" .








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